Freitag, 18. Mai 2012
 
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Seit der Freigabe der Weinimporte in Brasilien Anfang der 1990er Jahre hat sich das Interesse der Brasilianer an ausländischen Qualitätsweinen ständig gesteigert. Trotz Erhöhung des Weinverbrauchs und den intensiven Bemühungen der heimischen Produzenten an ein internationales Qualitätsniveau anzuschließen,  ist der jährliche pro Kopf Verbrauch mit ca. 2 Litern auf einem überaus niedrigen Niveau. Die Prognosen zeigen jedoch stark nach oben, vor allem weil den Konsumenten zunehmend eine größere Auswahl und höhere Qualitäten zu erschwinglichen Preisen zur Verfügung stehen.

Brasilien kann also als Wachstumsmarkt mit enormem Potenzial gesehen werden. Erhöht sich der pro Kopf Verbrauch lediglich um einen Liter bedeutet das fast 200 Millionen Liter pro Jahr.
Marktführer bei den importierten Weinen sind Argentinien und Chile. Bei den europäischen Weinen liegen Frankreich und Italien vorne. Diese Nationen haben in den letzten Jahren den Export forciert und an zahlreichen Veranstaltungen in Brasilien teilgenommen.
 
Die Konsumgewohnheiten der Brasilianer sind erwartungsgemäß. Rotwein nimmt mehr als 80% des Marktanteils ein.
Die Preise für Normalflaschen (Bouteillen) bewegen sich für einfache Weine bei etwa 3€ bis 7€, wobei in diesem Preissegment ausschließlich südamerikanische Weine (Chile, Argentinien, Brasilien) zu bekommen sind.
Qualitativ hochwertige Weine werden zu 75% importiert. Zwar machen zwei Drittel des Marktes billige, meist heimische Tafelweine aus, die Importe von „feinen“ Weinen haben jedoch in den Jahren 2002 bis 2008 um 220% zugenommen, im Wert sogar um 300%.
Argentinien und Chile, im Vorteil durch den gemeinsamen Handelsmarkt Mercosur, sind mit Weinen in allen Preis und Qualitätsklassen am brasilianischen Markt vertreten, wobei Chile mit 34% Marktanteil führend ist.
Importe aus anderen Ländern werden durch hohe Importzölle und komplizierte, langwierige Importverfahren erschwert.
Brasilien wurde weitestgehend von der Wirtschaftskrise verschont, da die eigene Wirtschaft durch hohe Einfuhrzölle und Restriktionen geschützt ist.
Dieser Umstand bedeutet jedoch auch einen enormen Vorteil für Hersteller, die am brasilianischen Markt Fuß fassen wollen.
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